Bridge mal anders: Auf Achse

Beschreibung/Regeln

Im Unterschied zum normalen Bridge sitzen die Partnerschaften über Eck am Tisch, d.h. Nord und Ost spielen zusammen und entsprechend West und Süd. Damit dies funktioniert, ergeben sich gewisse Abweichungen zum normalen Ablauf die nachfolgend im Einzelnen gelistet sind.

Allgemein gilt die Regel, dass N der Ankerspieler der NO-Partnerschaft ist, d.h. die Bedingungen für N sind für diese Partnerschaft gültig. Entsprechend ist W der Ankerspieler der SW-Partnerschaft.

Movement

Wenn ein Paar gemäß Movement auf NS (bzw. OW) Platz nehmen soll, nimmt es auf NO (bzw. SW) Platz.

Reizung

Die Reizung verläuft normal mit folgenden Anpassungen:

  • Der Partner darf nicht kontriert/rekontriert werden.
  • Der Spieler gegenüber (MHO = middle hand opponent) darf natürlich kontriert/rekontriert werden.
  • Ungenügende Gebote eines rechts sitzenden Partners dürfen nicht angenommen werden.
  • Asymmetrische Bietsysteme sind zulässig.

Gefahrenlage

Für das NO-Paar (bzw. SW-Paar) gilt die Gefahrenlage von N (bzw. W).

Ausspiel

  • Es spielt immer der dem Alleinspieler gegenüber sitzende Spieler aus.
  • Danach wird der Dummy aufgedeckt (kann links oder rechts vom Ausspieler sitzen).
  • Anschließend wird in der üblichen Reihenfolge zugegeben (auch wenn dadurch der Dummy die letzte Karte zum ersten Stich spielt).

Ergebnisse

Vom NO-Paar (bzw. SW-Paar) erzielte Scores sind für NS (bzw. OW) zu notieren.

Benutzt man Bridgemates, so bietet sich folgende Zuordnung für den zu notierenden Alleinspieler an:
Nord und West bleiben so, wie sie sind; Ost und Süd werden vertauscht eingegeben; aus Ost wird üd und aus Süd wird Ost.

Vergleich zum normalen Bridge

Aufgrund der geänderten Sitzordnung macht es einen gewaltigen Unterschied, welcher Spieler einer Partnerschaft zum Stich ausspielt:

  • Spielt der linke Spieler einer Partnerschaft aus, gibt der Partner als letzter zu.
  • Spielt jedoch der rechte Spieler einer Partnerschaft aus, sind beide Gegenspieler am Ende dran.

Folglich gilt:

manche Schnitte sitzen immer: und manche nie:
MHO MHO
Kxx Kxx
RHO Dummy RHO Dummy
xx ADBxx xx xxx
Alleinspieler Alleinspieler
xxx ADBxx

In beiden Fällen ist es irrelevant, welcher Gegenspieler den K hält.

Blattbewertung und Tipps

Diese Besonderheit sollte bei der Blattbewertung berücksichtigt werden. Gabelpositionen auf N bzw. S sind aufzuwerten während sie in der O bzw. W Hand an Wert verlieren.
Auf diesen Positionen sind aber sichere Übergänge von besonderen Wert, damit man die 100%ig sitzenden Schnitte auch spielen kann.

Im allgemeinen gilt, dass N bzw. S aggressiver als normal reizen sollten, die anderen Spieler jedoch entsprechend zurückhaltender.

Auch gibt es starke Unterschiede beim Ausspiel zum ersten Stich. Wird N (bzw. S) Alleinspieler so läuft das Ausspiel in beide Hände der spielenden Partei, im anderen Falle durch beide Hände.
Es ist also von Vorteil wenn N (bzw. S) die Kontrakte ansagt. Deshalb können asymmetrische Bietsysteme hier sinnvoll sein (z.B. O spielt Transfers, N jedoch nicht).

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